Was haben KI-Transformation und Sponsoring gemeinsam?
Oder: Warum wir KI eher mit HR als mit IT diskutieren sollten.
Oder: Warum wir KI eher mit HR als mit IT diskutieren sollten
Gestern war Champions League, und weil bei meiner Mannschaft alles war außer Spannung, hatte ich etwas Zeit zu überlegen.
In vielen Marketingabteilungen lässt sich derzeit ein interessantes Muster beobachten:
- Die Diskussion über KI ist allgegenwärtig.
- Die Tools sind eingeführt, die Budgets bereitgestellt, erste Anwendungen werden gemacht.
- Häufig entsteht ein „gewisser Abstand" zwischen Erwartung und Ergebnis.
Woran liegt´s?
Wir Marketer haben die Lektion doch schon mal gelernt, zumindest jeder der mit Sponsoring zu tun hatte. Erfolg = Rechte x Aktivierung. Ohne Aktivierung ist alles nichts.
Überträgt man diese Logik auf die KI-Situation, wirkt sie überraschend passend. Auch hier liegt der eigentliche Wert weniger im Zugang zur Technologie – sondern in dem, was Teams daraus machen können.
Beim Sponsoring ist die Faustregel für das Verhältnis von Rechten zu Aktivierung = 1:1, besser 1:2. Wie ist denn eure Quote bei KI?
In Menschen investieren, um KI-ROI zu treiben? Das ist doch absurd…
Die dominierende Frage, die uns begegnet, ist „Welcher KI-Tool-Stack ist der beste für uns?" Für Führungskräfte sollte sie aber lauten: „Wie entwickeln wir ein Team, das mit KI überlegen arbeitet?"
Viele Unternehmen verfügen bislang über keine strukturierten Programme zum Aufbau von KI-Kompetenzen. Möglicherweise erklärt genau das, warum manche Initiativen hinter den Erwartungen bleiben. Nicht, weil die Technologie zu wenig kann. Sondern weil sie auf bestehende Organisationen treffen, die mit zu geringer Aufmerksamkeit – in Form von Zeit, Ressourcen, Kompetenz, Empathie – verändert werden.
KI ist kein Tool-Thema. Es ist ein Fähigkeitsthema.
Das ist eher eine Binse als eine revolutionäre Erkenntnis. Aber wenn es eigentlich auf der Hand liegt: warum fällt es Organisationen so schwer, in ihre eigene Entwicklung und die ihrer Menschen zu investieren? Was müssen wir tun, damit sich das ändert?